So, dann mal los...und gleich ein richtiges Schwergewicht der Musikgeschichte.
Hier wird auch schon deutlich, warum ich mich schwer getan habe, ob ich es als neues Album oder als Klassiker einstufen sollte...ich habe mich dann letztendlich für das neue Album entschieden.
Aber fangen wir mal von vorne an und rollen die Geschichte von hinten auf: Michael Jackson ist nach diversen Gerichtsprozessen, etc. so gut wie pleite und braucht daher dringend mal wieder etwas Kohle...was ein Glück, dass zufällig sein Megaseller "Thriller" grade 25 Jahre alt wird. Wie sollte man also einfacher an neues Geld kommen, als dieses Album einfach nochmal zu veröffentlichen und als kleinen Kaufanreiz packt man noch ein paar neue Remixes und einen damals unveröffentlichten Song drauf.
Auf diese Idee ist Mr. Jackson, sein Manager oder seine Plattenfirma natürlich auch gekommen und warum auch nicht?
Die Generation, welche noch das Orginal kannte und sich um die besten Audiokassetten balgte hat dieses Album in der Zwischenzeit vermutlich schon der Verwertung (=Muell) zukommen lassen und die jüngeren kennen Michael Jackson höchstens aus Erzählungen oder von seinen Prozessen.
Aber kommen wir nun so langsam zum eigentlichen Thema, dem Album.
Neben den 9 Tracks des Orginals finden sich auf der 25th Anniversary Edition noch 5 Remixes aus dem Jahre 2008 mit diversen heutigen R'n'B Größen, sowie ein bisher unveröffentlichter Track von 1983 und ein Voice-over.
Zu den Orginalen gibt es nicht viel zu sagen, es hat einen Grund, dass "Thriller" das meistverkaufte Album der Musikgeschichte ist.
Sowohl jeder Song für sich genommen, wie auch die Gesamtkomposition des Albums spiegeln Perfektionismus wider, und obwohl aus heutiger Sicht einige Songs doch ein wenig langatmig und zu stark 80er Jahre lastig klingen, so sind sie objektiv betrachtet doch sehr gute Popsongs.
Den Anfang macht "Wanna be starting something", das gleich mal mit über 6 Minuten loslegt und einen adequaten Auftakt zum Album bietet.
Es folgen mit "Baby be mine" und "The Girl is mine" zwei recht ruhige Tracks, wobei es sich beim letzteren um ein Duett mit Paul McCartney handelt.
Anschließend folgt der Titeltrack des Albums, welcher gleichzeitig auch das absolute Meisterwerk auf diesem ist. "Thriller" setzte in jeder Hinsicht Maßstäbe für die damalige Musik und wäre auch heute noch ein absoluter Hit. Dass man damals mit Musik noch richtig gut verdienen konnte wird nicht zuletzt am dazugehörigen Musikvideo deutlich, welches knapp 15 Minuten lang ist, in Kooperation mit John Landis entstand und extrem ausgefeilte Tanzchoreographien enthält und ein Juwel für sich darstellt.
Nach diesem 6minütigen Monster folgen mit "Beat It" und "Billie Jean" gleich zwei weitere Hits, so dass dieser Mittelteil des Albums einen gewissen Powerblock bildet, sowohl von der Musik, wie auch vom kommerziellen Erfolg her.
Das Orginal schließt mit den drei ruhigeren Tracks "Human Nature", "Pretty Young Thing (PYT)" und "The Lady in my life".
Kommen wir nun also zu den Remixes...diese wurden mit will.i.am, Fergie, Akon und Kanye West aufgenommen. Zumindest in dieser hinsichtlich der Rekrutierung von Stars ist Michael Jackson immer noch Weltklasse.
Die beiden Tracks mit will.i.am sind meiner Meinung nach nur mäßig, aber das liegt auch an der Grundsubstanz der Remixes: "The Girl is Mine" udn "PYT" gehören beide nicht zu meinen Favouriten auf diesem Album und sind einfach zu kitschig und passen daher auch nicht so wirklich zu will.i.am.
Allerdings wird man hierfür mehr als entschädigt durch die drei weiteren Remixes, die wirklich aussergewöhnlich gut gelungen sind.
Zunächst folgt eine Version von "Wanna be starting something" mit Akon, der einen wirklichen guten Job macht und dem Song durch seine Interpretation und die Verkürzung um knapp 2 Minuten gegenüber dem Orginal noch mehr Dynamik verpasst und einen modernen R'n'B Song kreiert.
Das absolute Highlight der Remixes ist allerdings "Beat It" mit Fergie, die sich einfach gesanglich perfekt in das Grundgerüst von Michael Jackson einfügt und dem Track derart gewaltige Präsenz verleiht, dass es schon fast beunruhigend ist (man merkt doch nicht etwa, dass dies mein Favourit auf dem Album ist, oder ;).
Den Abschluss bildet Kanye West mit einer Interpretation von "Billie Jean". Durchaus solide, und an einigen Stellen auch deutlich mehr als nur dies. Kanye hat sich unter den Remixes auch am weitesten vom Orginal entfernt, was ein einerseits sehr interessantes Ergebnis liefert, aber manchem auch zu weit gehen dürfte.
Fazit und Empfehlung:
"Thriller" ist immer noch eines der besten jemals produzierten Alben und wird in der 25th Annivarsary Edition noch ein Stückchen besser und vor allem moderner.
Wer also das Orginal noch rumfliegen hat, muss sich überlegen, ob ihm 5 Tracks eine Spende an Michael Jackson wert sind oder nicht.
Wer allerdings diesen Klassiker der Popmusik noch nicht sein Eigen nennt, der sollte jetzt zuschlagen, weil besseres Popmusik bekommt man auf einem Album kaum geboten, obwohl man dem Teil anmerkt, dass es schon 25 Jahre auf dem Buckel hat.
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